Bei der solarthermischen Nutzung der Sonnenenergie wird die
Strahlung der Sonne mittels sogenannter Kollektoren in Wärmeenergie
umgewandelt. Solarwärme wird in Deutschland i.d.R. zur Erwärmung
von Brauchwasser oder zur Raumheizung eingesetzt (von Thermie - griechisch
für Wärme).
Eignung Ihres Hauses für
eine Solaranlage
Die Strahlungsintensität in Deutschland ist in allen Regionen
des Landes groß genug, um solarthermische Anlagen sinnvoll zu
betreiben.
Eine zwischen Südost und Südwest ausgerichtete und möglichst
schattenfreie Dachfläche mit einer Neigung von 20° bis 60°
ist am besten für die Errichtung einer Solaranlage geeignet.
Pro Person braucht man hier für die Brauchwasser-Erwärmung
1 bis 1,5 m² Kollektorfläche. Mit einer etwas größeren
Kollektorfläche kann auch auf einer West- oder Ostseite der gleiche
Energieertrag erzielt werden.
Flachdächer eignen sich ebenfalls gut und auch eine Aufstellung
im Garten oder eine Wandmontage sind möglich. Der Speicher benötigt
eine Stellfläche von etwa 1 qm mit ca. 2 m Höhe.
Deckung des Warmwasserbedarfs
mittels Solarenergie
Eine gut geplante Solaranlage kann in unseren Breiten über das
Jahr gesehen 60% des Wassers zum Duschen und Waschen erwärmen.
Von Mai bis September ist die vollständige Deckung des Warmwasserbedarfs
über eine normale Dimensionierung bei 1 bis 1,5 qm Kollektorfläche
pro Person kein Problem. Um eine vollständige solare Warmwasserversorgung
auch im Winter zu erreichen, müsste man die Kollektorfläche
vervielfachen. Angesichts der Kosten und der Überschussenergie
im Sommer ist dies nicht immer sinnvoll. Im Winter dient die Solaranlage
deshalb meist nur der Vorerwärmung des Kaltwassers, der Rest
kommt von der konventionellen Heizung.
Solaranlagen zur Heizungsunterstützung
Immer mehr Deutsche nutzen solare Wärme auch für die Heizung
der eigenen vier Wände. Kombinierte Solaranlagen zur Brauchwassererwärmung
und Heizungsunterstützung können im Frühjahr und Herbst
das Haus mit Wärme versorgen und im Winter den Heizkessel unterstützen.
Solarwärmeanlagen zur Heizungsunterstützung haben eine größere
Kollektorfläche als Anlagen, die nur der Warmwasserbereitung
dienen. Sie verfügen zudem über einen speziellen Speicher.
Besonders effizient arbeiten Solaranlagen zur Heizungsunterstützung
in Häusern, die mit modernen Heizungsanlagen und einer guten
Wärmedämmung ausgestattet sind.
Die Montage der Solaranlage
Sonnenkollektoren lassen sich auf nahezu allen Dachformen installieren.
Geschickt eingebaut, sind sie ein echter Blickfang - das Gebäude
wird aufgewertet.
Zur Auswahl stehen vier Möglichkeiten der Kollektormontage: Die
Aufdachmontage, die Indachmontage, die Freiaufstellung und die Fassadenmontage.
Bei der Wahl der Montageart spielen neben der für die Kollektoren
günstigen Ausrichtung und Neigung auch optische und architektonische
Gesichtspunkte eine Rolle.
Die Montage einer Solaranlage nimmt in der Regel nicht mehr als zwei
bis drei Tage in Anspruch.
Lebensdauer von Solaranlagen
Qualitativ hochwertige Solaranlagen können noch nach über
30 Jahren Wärme produzieren. Auf die Funktionsfähigkeit
der einzelnen Komponenten einer Solaranlage geben viele Hersteller
eine mehrjährige Garantie.
Genehmigung von Solaranlagen
Der Einbau einer Solaranlage bedarf in Deutschland keiner Baugenehmigung.
Die Genehmigung bei denkmalgeschützten Gebäuden liegt im
Ermessen des Denkmalschutzbeauftragen.
Einige Fördermittelgeber verlangen eine städtebauliche Stellungnahme
Kosten einer solarthermischen
Anlage
Die Preise für eine Anlage mit Flachkollektoren für einen
4-Personen-Haushalt liegen zwischen 4.000 und 6.000 Euro inklusive
Montage. Wenn zusätzlich eine Heizungsunterstützung gewünscht
wird, liegen die Preise bei etwa 8.500 bis 10.000 Euro.
Vakuumröhrenkollektoren sind etwa um 30% teurer als Flachkollektoren.
Diese Preise gelten für alle erforderlichen Komponenten inklusive
Montage und Mehrwertsteuer.
Nach starken Kostensenkungen in den letzten zehn Jahren wird erwartet,
dass sich die Preise für solarthermische Anlagen in den nächsten
Jahren kaum noch verringern werden. Staatliche Zuschüsse reduzieren
schon heute die Investitionskosten. Banken bieten Finanzierungen zu
attraktiven Konditionen. Warten lohnt somit nicht.
Betriebs- und Wartungsaufwand
Die Betriebs- und Wartungskosten für Solaranlagen sind relativ
gering.
Wie andere technische Anlagen sollten jedoch auch Solaranlagen regelmäßig
überprüft und gewartet werden. Bei Solarwärmeanlagen
kann dies kostengünstig mit der jährlichen Wartung des Heizkessels
verbunden werden.
Es empfiehlt sich zudem der Einbau einer Wärmemengenerfassung,
um die Funktionsfähigkeit der Solaranlage selbst überprüfen
zu können. Es gibt Geräte, die ohne hohe Mehrkosten eine
Erfassung der Wärmemenge erlauben.
Ihre Solaranlage wird eine regelmäßige Wartung mit hohen
Erträgen und damit erheblichen Spareffekten belohnen.
Förderung
Soforterlass von Trittin hebt Kollektorfördersatz
um 30 %. Soeben hat Bundesumweltminister Trittin auf Drängen
der Solarverbände einen Soforterlass zur Anhebung der Fördersätze
für solarthermische Anlagen im Rahmen des MAP unterzeichnet.
Danach werden ab jetzt die Fördersätze für
Solarwärme-Anlagen von derzeit 92 € auf neu 125 € pro
Quadratmeter Brutto Kollektorfläche angehoben.
Im nächsten Jahr wird der Fördersatz
auf 110 € je qm Kollektorfläche abgesenkt.
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[www.umweltbundesamt.de]